13.02.2026

Wir gehören zu Deutschlands stärksten Händlern 2026

„Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dem Kunden das zu geben, was er wirklich braucht, bevor er weiß, dass er es braucht.“

Steve Jobs

Als Steve Jobs diesen Satz prägte, dachte er an Smartphones und Tablets. Doch sein Credo hat längst die Grenzen des Silicon Valley überschritten und beschreibt präzise, was den Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden Händler ausmacht.

Der Wandel im Handel

Der Handel befindet sich im Wandel – das ist keine Neuigkeit. Spannend ist vielmehr, wie unterschiedlich Unternehmen auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. Neue Technologien, ein bewussterer Konsum, gestiegene Ansprüche an Service und Einkaufserlebnis… Die Koordinaten verschieben sich sichtlich. Mit ihnen bewegt sich die Frage, was einen Händler eigentlich „stark“ macht.

Die Antwort darauf ist vielschichtiger geworden. Preis und Sortiment bleiben wichtig, aber sie allein entscheiden längst nicht mehr. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wertvoll Anpassungsfähigkeit ist. Händler, die ihre Prozesse hinterfragen, ihre Sortimente flexibel gestalten und offen für neue Wege bleiben, können unruhige Zeiten souveräner navigieren. Das gilt für große Ketten ebenso wie für inhabergeführte Geschäfte, wobei sich die Auswirkungen mitunter unterscheiden können.

Starke Händler und starke Kundenorientierung

Nachhaltigkeit ist vom Nischenthema zum festen Bestandteil vieler Kaufentscheidungen geworden. Kundinnen und Kunden schauen genauer hin und interessieren sich heute verstärkt für Herkunft, Produktionsbedingungen und Verpackung. Händler, die Verantwortung authentisch in ihr Geschäftsmodell integrieren, gewinnen Vertrauen und die Unterstützung einer treuen Zielgruppe.

Die Frage, ob ein Händler online oder stationär aufgestellt ist, stellt sich dagegen heute für viele Kundinnen und Kunden gar nicht mehr. Sie erwarten beides und zwar als nahtloses Erlebnis. Click & Collect, virtuelle Beratung, unkomplizierte Retouren: Erfolgreiche Händler denken nicht in Kanälen, sondern in Kundenbedürfnissen.

Der Laden vor Ort verliert dabei keineswegs an Bedeutung. Er wandelt sich vom reinen Verkaufsraum zum Ort, an dem Marke und Sortiment erlebbar werden. Denn bei aller Digitalisierung bleibt die persönliche Begegnung als reale Offline-Konstante. Kompetente Beratung, aufmerksamer Service und das Gefühl, als Kundin oder Kunde wirklich wahrgenommen zu werden, lassen sich nicht automatisieren. Die Belohnung für diese Kundenorientierung ist der anhaltende Support im eigenen Unternehmen – und damit eine gestärkte Marktposition.

Welche Handelsunternehmen sitzen 2026 fest im Sattel und dürfen sich so zu „Deutschlands stärksten Händlern“ zählen? Um diese Frage zu beantworten, hat das SZ Institut Creditreform mit einer Analyse beauftragt.

Methodik

Die Methodik der Analyse basiert auf einer umfangreichen Auswertung von Wirtschaftsdaten aus der Creditreform-Datenbank. Es handelt sich um eine rein datenbasierte Analyse und nicht um eine Verbraucherbefragung. Die Bewertung erfolgt anhand objektiver betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, ohne dass die bewerteten Händler selbst in den Prozess einbezogen werden.

Für die Grundgesamtheit wurden zunächst alle in Deutschland ansässigen Groß- und Einzelhändler erfasst. Um in die Analyse einbezogen zu werden, mussten die Unternehmen mehrere Voraussetzungen erfüllen: Sie mussten über aktuelle Umsatzzahlen aus den Jahren 2023 und 2024 sowie Informationen zur Zahlungsweise und Unternehmensentwicklung verfügen und eine Bilanzratingnote vorweisen können. Neugründungen und insolvente Unternehmen wurden ausgeschlossen. Nach Anwendung dieser Selektionskriterien verblieben 18.019 Händler in der Grundgesamtheit, darunter 10.259 Einzelhändler und 7.760 Großhändler.

Bewertungskriterien

Die zentrale Frage lautete: Welche Händler sind wirtschaftlich besonders stark aufgestellt? Um dies zu ermitteln, wurden sieben Kriterien herangezogen:

  1. Gute Zahlungsweise: Die fristgerechte Begleichung von Rechnungen – ein Zeichen für solides Wirtschaften und Zuverlässigkeit gegenüber Geschäftspartnern.
  2. Gute Unternehmensentwicklung: Der Händler befindet sich in einer Phase der Expansion, des Wachstums oder zeigt zumindest eine stabile Geschäftsentwicklung.
  3. Positive Umsatzentwicklung: Der Umsatz ist von 2023 auf 2024 gestiegen.
  4. Gute Bonität: Ein Bonitätsindex unter 250 weist auf eine gesunde finanzielle Basis hin.
  5. Starke Marktposition mit effizienten Einkauf und erfolgreiche Nischenpositionierung hin.
  6. Ein wirtschaftlich gesundes Geschäftsmodell.
  7. Bilanzratingnote besser als CR10: Diese Note spiegelt die Gesamtbewertung der finanziellen Stabilität auf Basis der Bilanzdaten wider.

Für die finale Rangfolge wurde die sogenannte Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) herangezogen. Dieser Wert gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums in finanzielle Schwierigkeiten gerät.